Der Lichtblick
Was kitzelt mir die Nase?
Was wärmt da meine Haut?
Im sommerlichen Leichtsinn
Habe ich kurz hinaufgeschaut
Doch als ich dort die Sonne sah
Stahl sie mir das Augenlicht
Riss es mir mit einem Ruck
Einfach so aus dem Gesicht
Nur ein Lichtblick in die Augen
Nur ein bisschen Sonnenschein
Für ein wenig meines Lichts
Tauschte sie ihr eigenes ein
Kurz verkniff sie mir die Lider
Habe ich mich abgewendet
Denn der Augenblick aus Licht
Hatte mir die Sicht geblendet
Und was macht die dreiste Diebin?
Flieht sodann mit ihrer Beute
Hoch hinauf in den Zenit
Und fortan blendet sie Leute
Dort mit meiner
Augen Licht!
Das kann nicht sein!
Ich fass es nicht!
Schon der nächste arme Teufel
Seinen Blick gen Himmel wendet
Und der Raub sich wiederholt
Denn nun ist auch er geblendet
Durch genau den Sonnenstrahl
Dessen Licht sie mir grad stahl!
Und schon liegt der nächste Köder
Oben aus am Himmelszelt
Wartet auf das nächste Auge
Das auf ihren Trick reinfällt
Sie wartet dort und lacht
Macht mal Pause in der Nacht
Klaut ein Licht am nächsten Tag
Oder nicht, wenn sie nicht mag
Ist entspannt denn sie versteht
Dass ihr Licht wohl nie vergeht
Solang sie hell am Himmel hängt
Und dort Augenlichter fängt
Eine Spinne auf der Lauer
Die seit ungezählter Dauer
Unablässig auf der Jagd
Alles andere überragt
Der große Blender brennt
Gleißend stolz am Firmament
Der Augenblickbetrüger
Der Augenlicht-Vampir
Das Perpetuum mobile
Das ewige Raubtier
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