Halbwelt
Ich öffne die Halbwelt
Und starre ins Nichts
Verborgene Kühle
Berührt mein Gesicht
Der Himmel ist weiß
Der Horizont auch
Die Luft riecht nach gestern
Banane und Lauch
Hier aus dem Diesseits
Schweift dann mein Blick
Hinüber ins Jenseits
Und kommt nicht zurück
Die Halbwelt befindet sich
In jenem Raum
Zwischen dem Wachsein
Und einem Traum
Ich weiß nicht, warum
Es ist nicht ihr Zweck
Meistens kühlt sie
Marmelade und Speck
Oliven und Äpfel
Zäpfchen und Käse
Doch hat sie auch dieses
Ganz andere Wesen
Dann saugt sie mich auf
In Halbweltlichkeit
Spricht in Symbolen
Und verbiegt mir die Zeit
Zwischen der Milch
Und Fertiggerichten
Vergesse ich mich
Und meine Geschichten
Dann öffnet sich mir
Eine andere Welt
Wo Sorglosigkeit
Sich zu mir gesellt
Wo Unmöglichkeit
Als Grenze nicht zählt
Und Wirklichkeit stets
Ihre Wirkung verfehlt
Hier finde ich Frieden
Im Neonlicht
Es fängt an zu surren
Und das tröstet mich
In diesem Container
Der Tagträumerei
Wirkt alles verschwommen
Und unwirklich frei
Hier lasse ich los
Und komme zur Ruh
Bis Mama dann ruft:
„Mach die Kühlschranktür zu!“
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