Aaljagd
In trüben Tümpeln fische ich
Und das seit vielen Stunden
Einsam dreht der Wasserläufer
Lautlos seine Runden
Auf dem Grunde dieses Weihers
Lauert etwas tief im Schlick
Und entzieht sich ungesehen
Seither jedem Augenblick
Ich spür, wie es dort unten lebt
Möchte wissen, was es ist
Will ergründen, wie es heißt
Und dass es meinen Köder frisst
Ein voller Mond wird eben
An das Himmelszelt zitiert
Als in dessen Silberlicht
Meine Angelschnur vibriert
Ich zerre sofort an der Rute
Gegen starken Widerstand
Sehe meine Arme zittern
Und das Blut in meiner Hand
In trüben Tümpeln fische ich
Doch was ich fisch, erkenn ich nicht
Undurchsichtig, ohne klare
Sicht schützt sich das Unsichtbare
Ich hoffe noch, dass mir der Kampf
Die Angel nicht zerbricht
Als das Gejagte schon
Durch die Oberfläche bricht
Doch fehlt es mir an Worten
Für das, was ich dann seh
Denn wirklich Unaussprechliches
Lebt in dem stillen See
Gezwungen in das Sichtbare
Hinein ins erste Licht
Erkenne ich ein Wesen
Nur erkenne ich es nicht
Ist das noch eine Schlange
Oder schon ein Fisch?
Ganz ohne jede Frage
Ist es mir unerklärlich
Was dort vor meinen Augen
An der Angelrute hängt
Und seinen Schuppenleib
In alle Richtungen verrenkt
In trüben Tümpeln fische ich
Doch was ich fisch, versteh ich nicht
Unverständlich, ohne klare
Sprache spricht das Unsagbare
Wie hypnotisiert
Greife ich dann nach dem nassen
Wurmartigen Wesen
Doch bekomm ich’s nicht zu fassen
Seine Haut ist voller Schleim
Aus der feuchten Gruft
Und so oft ich nach ihm greife
So oft greife ich nur Luft
Unerreichbar zuckt es noch
Dreimal an der Angelschnur
Und schon gleitet es zurück
In sein Wasser ohne Spur
In trüben Tümpeln fische ich
Doch was ich fisch, das fass ich nicht
Unbegreiflich, ohne klare
Form entkommt das Unfassbare
Zurück ins Unergründliche
Zurück in seinen Teich
Unerkannt ins Unbewusste
In das trübe Königreich
…
Alles beginnt mit einem A
Und manches auch mit zweien
Vieles heißen wir real
Und manches Träumereien
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