Der Albatros (Konvergente Poesie)

Der Albatros (Konvergente Poesie)

Als wäre er jede Schwere los
Schwebt der Vogel schwerelos
Zwischen Wellen und dem Wind
Die ihm seine Heimat sind

Mit dem Kopf hoch in den Wolken
Gleitet er in Eleganz
Über weite Wasserflächen
Doch berührt er nie das Land

Dort wo alles Formen hat
Rasch verkrustet und erstarrt
Bleibt die Welt ihm immer fremd
Viel zu schroff, konkret und hart

Er braucht Wogen und auch Böen
Braucht den Blick aus großen Höhen
Braucht die kalte Einsamkeit
Weil sie ihn vom Lärm befreit

Doch, soll etwas von ihm bleiben
Dann braucht es für ihn ein Nest
Einen Ort, wo sich die Zukunft
Sicher aufbewahren lässt

Und so sucht sich unser Vogel
Seine erste Landebahn
Und die Wasservogelfüße
Fassen festen Boden an

Doch der ganze Landevorgang
Wirkt verkrampft und ungeschickt
Und schon ist der Albatros
In dem Erdloch umgeknickt

Und er stolpert und er taumelt
Überschlägt sich als er fällt
Schlägt sich seinen Schnabel blutig
Auf dem Boden dieser Welt

Schlittert weiter, bis die Schwerkraft
Ihn am Ende doch noch fängt
Und er kopfüber und hilflos
Dann in einem Dornbusch hängt

Seine Flügel sind zerschlagen
Und er schmeckt sein eigenes Blut
Was zur Hölle finden alle
An der Wirklichkeit nur gut?

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