Zwei Zeitzeugen
Mit Zyklopenauge starrt
Mich die alte Eiche an
Ein Astloch wurde Höhle
Und ist nun ihr Sehorgan
Die einäugige Königin
Ruht am Wegesrand
Ihr Herz schlägt ohne Hast
Selbst im herbstlichen Gewand
Der Wind rauscht durch die Krone
Und zerzaust ihr Blätterkleid
Ja, wir teilen uns den Raum
Doch wir teilen keine Zeit
Denn für diese alte Eiche
Ist ein Herbst kaum Augenblick
Ihre Haare fallen zwar aus
Doch schon gleich sind sie zurück
Nur für mich fallen die Haare
Jetzt so lang wie auch die Schatten
Und ich kann mich kaum erinnern
Dass ich selbst je welche hatte
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