Dunkle Magie
Ambra ist nun wirklich
Eine teure Seltsamkeit
Aus Pottwalkotze, Sonne, Salz
Und jeder Menge Zeit
Ähnelt es den kleinen
Messerscharfen Stücken
Die sich manchmal mir
Aus den Eingeweiden drücken
Denn, so wie spitze Schnäbel
Von riesigen Kalmaren
Dem Pottwalmagen irgendwann
Zu viel des Guten waren
Und der sich übergab –
So ist für mich das Schreiben
Ein Mechanismus, um den Dreck
Der Welt aus mir zu treiben
Vielleicht ist ja die Kunst
Nur ein Finger in den Hals
Ein Brechmittel, das für uns da ist
Immer dann und falls
Wir an der Welt erkranken
Oder uns an ihr verschlucken
Ein Würgereiz, der uns dann hilft
Sie wieder auszuspucken
Dann treibt das Unverdauliche
Auf dem Meer der Zeit
Bis der Gott der Wechselwinde
Ihm dort neue Form verleiht
Auf einer Woge spült es
Irgendwann an einen Strand
Und ein Muschelsucher findet es
Vielleicht im nassen Sand
Der wäscht dann seinen Fund
Und entdeckt im matten Glanz
Die Resonanz und Schönheit
Dieser seltenen Substanz
Und weiß er dann auch noch
Von der Macht der Alchemie
Verwandelt altes Leid
Sich in sinnliche Magie
Ein goldener Zerstäuber
Versprüht sie in der Luft
Und ein neuer Raum erfüllt sich
Mit dem süßen, dunklen Duft
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