Der Star
Vor langer, langer Zeit
Lebte einst ein alter Herr
Fernab aller Menschen
Bei Brombeerbusch und Bär
In den Städten seiner Zeit
War es ihm zu laut
Und so hatte er sich tief
Im Farn ein Heim gebaut
Wo er tagein tagaus
Auf der Flöte musizierte
Ganz weltvergessen nur
Für die Tannen komponierte
Keine Menschenseele
Hatte je von ihm gehört
Sich in das stille Waldidyll
Zu seiner Kunst verirrt
Das dachte er zumindest
Bis beim Sonnenuntergang
Aus dem Dickicht plötzlich
Seine Melodie erklang
Er suchte und er fand
Auf einer lichten Buche
Einen kleinen Künstler
Der seinen Wald besuchte
Es saß dort und es sang
Ein schwarzes Vögelein
Und das fing mit Zauberstimme
Seine Flötenklänge ein
Was für ein Talent
Dieser schöne Sänger war!
Ein echter Ohrwurmfänger
War dieser junge Star!
Viele Tage lebten sie
Gemeinsam in dem Wald
Im Rhythmus der Natur
Imitierte der Gast bald
Mehrstimmig die Melodien
Im glänzenden Gefieder
Zwitscherte ganz herrlich
Diese menschenscheuen Lieder
Doch irgendwann verstarb der Mann
In der Waldesruh
Und auch der Meistersänger flog
Auf seine Zukunft zu
Er trug die Melodien
Aus dem dichten Wald heraus
Und er flog sie in die Städte
Brachte sie von Haus zu Haus
Er sang sie zu den Menschen
Und er sang sie zu den Katzen
Und schon bald da pfiffen sie
Von den Dächern auch die Spatzen
Dann fand er eine Frau
Und die schenkte ihm drei Söhne
Und er lehrte seinen Kindern
Auch den Zauber dieser Töne
Und auch die hatten Familien
Und verbreiteten die Lieder
Und so wuchsen der Musik
Immer weiter neue Glieder
Immer weiter neue Kehlen
Immer weiter neue Schwingen
Und so hörte man sie immerzu
Durch Raum und Zeit erklingen
Und so kündigt die Musik
Von einem toten Mann
Uns auch heute noch so manchen
Frühlingsanfang an
Und so kündigt die Musik
Von diesem toten Mann
Uns auch heute noch so manchen
Neuen Morgen an
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