Irrlicht

Irrlicht

Eine kleine Laterne
Schaut in den Himmel
Und sehnsüchtig leuchtet
Sie selbst in die Nacht

Sie wartet darauf
Dass auch ihr Geliebter
In weiter Ferne
Sein Feuer entfacht

Nur ein kleines Stück
Links hinter dem Mond
Ist es, wo Herr
Sternenkind wohnt

Schon ist er da
Schon brennt sein Licht
Schon leuchtet Liebe
Aus ihrem Gesicht

Doch weiß sie genau:
Er ist ein Stern
Unendlich groß
Und Lichtjahre fern

Aus solcher Distanz
Da sieht er sie nicht
Sie ist eben nur
Ein ganz kleines Licht

Doch quält sie das Herz
Denn sie ist verliebt
Und wenn es die Liebe
Überhaupt gibt

Dann ist sie hier!
Und dann ist sie jetzt!
Und ihr ist egal
Ob sie sie verletzt!

Ja, manchmal da sind
Wir einfach nur blind
Dafür, wie die Dinge
In Wirklichkeit sind

Denn, was sie nicht ahnt
Als sie zu ihm blickt:
Das Licht, dort am Himmel
Ist nur ein Relikt

Es reist schon sehr lange
Durch Raum und durch Zeit
Der Glanz, den sie liebt
Ist Vergangenheit

Das Licht, das sie sieht
Ist nur mehr ein Schimmer
Denn auch Lichtgestalten
Leben nicht immer

Der Stern, den sie will
Ist nicht mehr am Leben
Und tot kann er ihr
Keine Wärme mehr geben

Hier irrt sich ein Licht
In einem Licht
Nur, weil etwas glänzt
Lebt es noch nicht

Manchmal ist das
Was heute noch blendet
Schon vor sehr vielen
Jahren verendet

Licht, das noch leuchtet
Ist lange verglüht
Und wir Ahnungslosen
In Leichen verliebt

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