Scherben

Scherben

Aus Furcht, dass jeder erste Sturz
Zeitgleich auch der letzte war
Harren manche Wesen aus
Unbewegt und völlig starr

Auf Taubenfüßen stehen sie
Und warten auf die Welt
Verbergen die Zerbrechlichkeit
Die sie am Leben hält

Leben ihre Daseinszeit
Ganz ohne dicke Haut
Denn nicht alles ist aus Stein
Manches ist aus Glas gebaut

Empfindlich und empfindsam
Fragil und kaum belastbar
Wirken sie oft aus der Ferne
Kühl und unantastbar

Ohne einen Schild sind sie
Schutzlos und verletzlich
Und jedes Einzelstück
Ist am Ende unersetzlich

Doch, wenn sie einmal fallen
Wenn sie wirklich einmal sterben
Werden die Zerbrechlichsten
Zu unsterblichen Scherben

Sie leben dann für immer
Bis in alle Ewigkeit
Im Sand der Zeit bis irgendwann
Sie eine Hand befreit

Dann haben sie neue Form
Und sind auf einmal hörbar
Und das, was einst zerbrechlich war
Wird praktisch unzerstörbar

Erinnern uns dann, was sie waren
Reden davon, was sie sind
Sprechen von Verletzlichkeit
Einem neuen Menschenkind

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