Leergut

Leergut

In einem weißen Raum
Starre ich an eine Wand
Zwischen alt und neu liegt still
Dieses helle, dritte Land

Ja, ich kenne diesen Ort
Doch wusste ich nicht mehr
Wie er unmöbliert ausschaut
Unverformt und völlig leer

Dort drüben stand der Sessel
Und der alte Eichentisch
Und die krümmten hier die Raumzeit
Und verbogen selbst das Licht

Ein geerbter Spiegel
War an diese Wand geschraubt
Und der warf tagein, tagaus
Nur ein altes Bild aus Staub

Die Schrankwand thronte dort
Wie ein stolzer Monolith
Und ließ keinen Zweifel daran
Dass es sie schon immer gibt

Doch so stickig es hier war
Überformt und auch verzerrt
War der Raum Normalität
Die sich jeder gern verklärt

Ich klatsche in die Hände
Und bin völlig fasziniert
Wie von kalten, nackten Wänden
Nun mein Echo reflektiert

Wie weit der Raum jetzt ist
Und wie klar man sich selbst hört
Wo nichts mehr den Weg vom Kopf
Hin zum Bauchnabel versperrt

Wie schön es hier doch ist
Ja, hier wurde ich geboren
Doch bin ich hier nie gewesen
Sondern immer bloß geworden

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