Monokultur
Ganz allein auf seinem Traktor
Fährt ein Bauer übers Feld
Gewissenhaft und routiniert
Er stets die gleiche Bahn einhält
Mit einer Taube auf dem Dach
Und einem Spatz in seiner Hand
Bestellt er so tagein tagaus
Eintönig sein Ackerland
Stets ist das Erlebnis gleich
Auf immer gleichen Runden
Stets ist das Ergebnis gleich
In immer gleichen Stunden
So kultiviert er was er kennt
Was er von seinen Eltern lernte
Worauf er sich verlassen kann
Die heilige Kartoffelernte
Unauffällig sind die Knollen
Manchmal mehlig, manchmal platt
Doch der Einheitsbrei aus ihnen
Macht ihn ohne Zweifel satt
Viele Falten, viel zu bügeln
Hört er noch die Eltern sagen
Niemals hätten sie gewagt
Etwas anderes einzuharken
In das Land der Väter
Ja, so ist es Tradition
Als die deutscheste der Früchte
Als die Mutter der Nation
Doch manchmal sitzt er da und träumt
Mit dem Spatz in seiner Hand
Und er träumt von fremden Früchten
Träumt sich ins Schlaraffenland
Träumt von Äpfeln und von Birnen
Überreif an ihren Zweigen
Träumt von Mangos und Papayas
Und natürlich auch von Feigen
Doch Monokultur ist seine Natur
Da weiß er, was er hat
Doch Monokultur ist keine Natur
Denn die lehnt sowas ab
Doch ist er halt ein Bauer
Bewahrt wird das Bewährte
Was zuverlässig Dienst tut
Und stets sicher ihn ernährte
Doch ist er halt ein Bauer
Und ausreichend das ist
Eine Gabel für Kartoffeln
Und eine Gabel für den Mist
Doch ist er halt ein Bauer
Und skeptisch noch dazu
Erdäpfel sind ihm genug
Was fremd ist bleibt tabu
Doch ist er halt ein Bauer
Einfach und ganz schlicht
Und das, was der nicht kennt
Das frisst er eben nicht
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